Weihnachtsgeschichte ohne Titel

Weihnachtsgeschichte ohne Titel

Es war die Nacht vor dem 24. Dezember. Ein kleines Gespenst namens Frida Flattermann saß in seinem grünen Ohrensessel in einem Turm der Burg Spinnenfuß und überlegte. Es überlegte und überlegte und zerbrach sich fast den Kopf. Bevor es aber so weit kommen konnte, nahm das kleine Gespenst ihn besser ab und übte damit Kegeln. Danach setzte es ihn aber wieder an seinen Platz zurück und dachte weiter nach. Über was? Nun, Frida hatte in letzter Zeit viel über ein sogenanntes „Weihnachten“ gehört. Zum Beispiel beim Einkaufen. Wenn ihr denkt, Gespenster würden den lieben langen Tag und die Nacht dazu nur herumspuken und mit ihren Köpfen kegeln, dann liegt ihr falsch. Denn auch Gespenster müssen ja ab und zu mal was essen. Und deshalb müssen sie einkaufen. Jedenfalls hörte Frida im Moment viele Leute über Weihnachten sprechen. Sie sagten so was wie zum Beispiel: „Oh, was soll ich bloß Moritz schenken?“ oder „Was essen wir an Weihnachten?“ oder „Ich freue mich schon riesig aufs Weihnachtsbaumschmücken. Auf Weihnachten freu‘ ich mich auch schon ganz doll.“

Plötzlich stand Frida auf und schwebte durch die Burgmauer. Sie flog hinunter in die Stadt. Dort war alles sehr festlich geschmückt und glitzerte. Frida merkte bald, dass in den meisten Häusern Bäume wuchsen. An diesen Bäumen wuchsen auch sehr seltsame Früchte. Die Früchte konnte man noch nicht mal essen, wie Frida feststellte, als sie in die Christbaumkugel biss. „Vielleicht feiert man an Weihnachten ja diese komischen Bäume? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese seltsamen Früchte feiert. Daran beißt man sich ja die Zähne aus!!“, dachte Frida. Trotzdem sollte sie sich vielleicht doch einen Baum vor ihren grünen Ohrensessel stellen. Gedacht, getan. Vor Fridas Burg war ein kleiner Wald. Sie grub sich eine riesige Tanne aus und versuchte, sie heimzubringen. Als sie sie gerade durch die Mauer mitnehmen wollte, merkte sie, dass Tannen nicht durch Mauern gehen konnten, wie das Gespenster üblicherweise tun. Also versuchte Frida, die Tanne durch den Schornstein zu bringen. „Wieso brachte Frida die Tanne nicht einfach durch die Tür rein?“, fragt ihr euch. Nun, so einfach war das bei der Burg Spinnenfuß nicht. Die Burg hatte nämlich keine Tür. Für den Schornstein war die Tanne zu groß, deshalb besorgte sich Frida einfach einen kleinen Baum, der durch den Schornstein passte. Den schmückte sie mit Garnrollen, Fledermauszähnen, Bleistiftstummeln und was sie noch so alles fand. Am Ende hing sogar ein alter Stiefel im Baum, den irgendein bestimmt schon längst eingemauerter Fürst mal verloren hatte.

Frida war zufrieden. Sie zündete Kerzen an und setzte sich in ihren Ohrensessel. Doch plötzlich hatte sie das Gefühl, irgendwas fehlte. Na klar! Sie musste ja noch Freunde einladen! Frida rief schnell die Eule von der Euleneilpost an und sagte, sie solle ein paar Gäste einladen. Die Eule von der Euleneilpost flog los und kurze Zeit später waren viele Gäste da. Nämlich: eine kleine Spinne, Flutschi Fledermaus, die alte Oma von Frida und eine gewisse Frau G., die mal behauptet hatte, sie sei der Teufel höchstpersönlich. Das wurde ein sehr gemütliches und lustiges Weihnachtsfest. Und lecker wurde es auch, denn Frida hatte noch schnell Kekse gebacken, damit ihre Gäste nicht die Garnrollen am Weihnachtsbaum essen mussten. Wieso man Weihnachten feiert, wusste Frida zwar noch nicht, aber irgendwann bekam sie es erklärt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mathea Balschbach

 

 

Die Oberzent-Schule wünscht gesegnete Weihnachten
und alles Gute für das Jahr 2024.

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