Strasbourg – 2. Runde

Strasbourg – 2. Runde

Hatten unsere Zehntklässler auf dem Rückweg vom Besuch des Konzentrationslagers Struthof vor wenigen Wochen eine zweistündige Schnupperpause in Strasbourg eingelegt, sollte diese erste Erfahrung vom Französischkurs 10 vertieft werden, und zwar am unterrichtsfreien Dienstag nach Pfingsten. Denn die elsässische Stadt mit über 2000-jähriger Geschichte verdient es, etwas genauer in Augenschein genommen zu werden.
Strasbourg ist die Hauptstadt des Départements Alsace, von dem Tomi Ungerer, ein bekannter Künstler und Sohn der Stadt, einmal gesagt hat: „Das Elsass ist wie eine Toilette in der Mitte Europas: immer besetzt.“ Ungerer weiß aber sehr wohl, dass dieser Vergleich weder Region noch Hauptstadt gerecht wird, jedenfalls nicht mehr in der Gegenwart. Strasbourg hat sich inzwischen dank seiner Lage und Geschichte zu einer europäischen Hauptstadt entwickelt, die mit ihren Institutionen, ihrer großen Universität, ihrer Mehrsprachigkeit und ihrem Flair eine Vorreiterrolle in Europa übernommen hat.
Strasbourg ist mehr als das alles dominierende gotische Liebfrauen-Münster und das mittelalterliche, pittoreske Fachwerkviertel des „Petite France“. Genau das sollten die Schüler und Schülerinnen bei einer zugegebenermaßen sehr touristischen, aber trotzdem informativen Bootsfahrt auf dem Fluss Ill rund um das alte Stadtzentrum bis hin zum neuen europäischen Viertel erleben. Sobald man das Zentrum verlassen hat, säumen historisierende, klassizistische Bauten aus wilhelminischer Zeit und aus dem Jugendstil das Flussufer, bis man schließlich die europäischen Institutionen (Europaparlament, europäischer Gerichtshof, ARTE,…) als Vertreter der Moderne vom Wasser aus betrachten kann. Auf dem Rückweg ziehen wieder die Jahrhunderte am Schiff vorbei, ein interessanter Zeitsprung!
Die Oberzent-Schüler/innen und ihre Lehrerinnen ließen es sich trotz aller Erkenntnisse über die Vielfalt der Stadt nicht nehmen, auch nur Touristen zu sein, die den Münsterturm besteigen (na ja, die Begleitungen scheuten die Stufen nach oben..), am Place Benjamin Zix einen Flammkuchen essen, die Störche in den Souvenirgeschäften zum Reden bringen, dieses unvergleichliche Eis mit Macaron-Topping genießen und auf dem wunderschön altmodischen Karussell am Place Gutenberg eine Runde drehen.
Eine Aufgabe aus der Stadtrallye vermittelte dann noch den Einblick in einen Dialekt, den weder der französische Zentralstaat noch die deutschen Besatzungen zum Aussterben bringen konnten:
„Hitt Nacht hett’s gerêjt. Ja, es geht geye’s Spotjohr, mir hann awer scheener Sommer ghett. Ja, `s isch arg heiss gsin. D’Kinder sin alle Daa bade gange.“
In diesem Sinne wünsche ich schon jetzt allen Schüler/innen unseres Französischkurses einen schönen Sommer und einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt. Je vous souhaîte tout le bonheur du monde – au revoir!


Angelika Gugau-Keurste

 

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